Water Cube — Olympia im Wasserwürfel

Reden wir doch angesichts der kommenden Olympiade 2008 einmal nicht über Sport, auch nicht über Politik, reden wir über Immobilien und Architektur; genauer gesagt über ein sehr modernes und architektonisch eigenwilliges Schwimmzentrum. Noch genauer gesagt: Wir reden über den Water Cube.

Ein bisschen sieht der Water Cube — auf Bildern schräg von oben betrachtet — ja schon aus wie eine riesenhafte und etwas zu kurz geratene quadratische Matratze. Das ist allerdings nicht als beißende Kritik gemeint: Er ist schon etwas Besonderes, dieser Water Cube. Die Architekten gaben der Fassade des quadratischen, flach wirkenden Baus eine Wabenstruktur; die Außenhaut soll an Schaum erinnern. Sie besteht aus so genannter ETFE-Folie (Ethylen-Tetrafluorethylen) und kann auch als Projektionsfläche für Videosequenzen dienen. 177 Meter lang ist diese Immobilie, die Austragungsort der Schwimmwettkämpfe während der Olympiade 2008 sein wird. Insgesamt erreicht sie eine Höhe von 31 Metern. Die Außenwände des Water Cubes schimmern bläulich, sodass sie nicht allein an Schaum, sondern auch an Wasser erinnert. Formen und Farben des Gebäudes orientieren sich an chinesischer Philosophie, am Prinzip von Ying und Yang. Während die Struktur des Gebäudes einerseits Wasser symbolisiert, steht die quadratische Form symbolisch für „Haus“ und chinesische Mythenwelten. Die Struktur der Immobilie hat aber nicht allein Symbolcharakter; der Water Cube wurde so gebaut, dass etwa 90% der Sonnenbestrahlung als Heizenergie genutzt werden können. Das nationale Schwimmzentrum ist ein Gemeinschaftsprojekt des australischen Architekturunternehmens PTW und des Ingenieurbüros Arup mit Sitz in London, das unter Anderem auch an der Realisierung des weltberühmten Sydney Opera House beteiligt war.

Der Water Cube ist mehr als „nur“ ein Schwimmstadion, das sowohl Leistungsschwimmern wie Hobbysportlern und Badefreunden dienen soll. Ein Kino, Clubs, eine Eisbahn und eine Sporthalle werden den Water Cube nach den Olympischen Spielen auch zu einem Ort der Freizeitgestaltung für alle Einwohner Pekings machen. Wir glauben trotzdem immer noch, dass das Gebäude ein wenig so aussieht wie eine Matratze… aber schlafen werden wohl die wenigsten Menschen in (oder auf?) ihm.

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