Leben im Luxus – sind wir nicht alle ein bisschen Paris?

Eine reiche Erbin wie Paris braucht ein teures Haus. Dass dessen Einrichtung Diebe anlockt, sollte Frau Hilton klar sein. Trotzdem vergisst sie gelegentlich, die Haustür abzusperren.

Erinnert Ihr Euch noch an die Susi aus der damals im alten Jahrtausend legendären Sendung „Herzblatt“? Eben jene Susi mit dieser unglaublichen Stimme, die für die pointierten Zusammenfassungen zuständig war? Wir fassen also alles, was wir über Paris Hilton wissen, hier kurz zusammen. Die Pointe braucht dann noch ein bisschen, die muss erst reifen.

Was Paris hat:
– Geld. Unter anderem deswegen hat sie viele Freunde, Bekannte, Ex-Freunde und eine Menge Neider.
– Einen Hang dazu, Kleinigkeiten zu verlieren: beste Freundinnen für immer, ewig oder bis maximal übermorgen. Handys mit privaten Telefonnummern anderer berühmter Menschen, Kameras mit pikanten Fotos oder Videofilme mit noch pikanteren Pornos mit Paris in der Hauptrolle. Sie scheint ein wenig „schusselig“ zu sein. Dazu später mehr.
– Momentan ein Haus in L.A. im Wert von mehr als sechs Millionen Dollar.

Das waren die wichtigsten Fakten zu Paris Hilton. Oh, ich vergaß, sie singt auch gelegentlich. Will aber keiner hören. Sie kann das mit dem Singen nämlich nicht so gut.

Es gibt aber etwas, was Paris wirklich prima kann: Einkaufen. Shoppen. Geld ausgeben. Und nach dem Einkaufen werden die neu erstandenen Gegenstände zu ihr nach Hause gebracht, in ihr oben erwähntes Luxusanwesen. Man könnte vielleicht auf die Idee kommen, dass Paris sich dessen bewusst werden sollte, dass andere Menschen nicht ganz so viel Geld haben wie sie und sie deswegen besser auf ihre Sachen aufpassen muss, wenn sie schon nicht barmherzig und gerecht teilen mag. Wie wir oben festgestellt haben: Paris hat viele Neider. Ich geb’s ja zu, ich bin auch neidisch auf all das Geld. Aber ich würde nicht so weit gehen, bei Paris einzubrechen, um mir ein Stück vom Kuchen abzuholen. Ich nicht. Andere Leute machen so was.

Natürlich finde ich das hochgradig bedauerlich, dass Paris beim Einbruch unersetzbare persönliche Besitztümer gestohlen wurden. Ein bisschen Schadenfreude ist vielleicht auch dabei. Nicht fein das. Aber menschlich. Wer so viel Geld für Haus und teure Einrichtung ausgeben kann, hat meist hervorragende Alarmanlagen. Aber selbst die teuerste Alarmanlage dieser Welt nützt nichts, wenn man sie nicht benutzt oder die Tür einladend offen stehen lässt. Ein vernünftiger Wachhund, der größer ist als einer dieser lächerlichen Taschenhunde, mit dem Aussehen einer boshaften, fast verhungerten Ratte, ist wesentlich billiger als eine teure Alarmanlage. Und im Zweifelsfall auch nützlicher.

Schwamm drüber. Ich will mich charakterlich nicht den Taschenhunden annähern. Ist ja nicht mein Geld, nicht mein Haus, nicht mein Schmuck. Daher leite ich über zu einem versöhnlichen Ausgang mit der versprochenen Pointe. Ganz ohne Knalleffekt. Die liebe Paris ist also ein wenig schusselig veranlagt. Aber mal ganz im Ernst. Das sind wir doch alle ab und an. Ich höre keinen Widerspruch und komme daher erleichtert aufatmend zum Schluss: Sind wir nicht alle ein bisschen Paris?!

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