Finanzkrise — werden auch Asiens Märkte ausgebremst?

Die Finanzkrise hat nicht nur Europa und die USA im Griff; mittlerweile scheint auch Asien betroffen zu sein. Sammeln wir einmal Zahlen, speziell mit Blick auf den Riesen China und auf den Immobilien – Markt in Schanghai.

Schaut man auf den „Emerging Trends in Real Estate Asia Pacific 2009“ – Report der Unternehmen PricewaterhouseCoopers und Urban Land Institute, so spricht einiges für eine Finanzkrise, die auch den asiatischen Immobilien – Markt keineswegs unberührt lässt: Um zwei Drittel sei das Transaktionsvolumen auf den asiatischen Märkten gesunken, schreibt der Report. Auch über den Immobilienmarkt hinausgreifend, scheinen Asiens Märkte keineswegs mehr immun gegenüber der wirtschaftlichen Krise zu sein: Das Wirtschaftswachstum in Fernoststaaten mit Ausnahme von Japan betrug zwar im zweiten Quartal 2008 — so die Financial Times Deutschlands in einem Bericht vom zweiten November 2008 — noch immer 7,3%; das mag nicht schlecht klingen, heißt aber auch, dass die Zeiten zweistelligen Wirtschaftswachstums beispielsweise in China erst einmal vorbei sind. Staaten wie die Bundesrepublik Deutschland, in denen 2009 eine Regression droht, mögen diese Art von Krise für vergleichsweise harmlos halten. Die Zeitung „Zeit“ jedoch meldete Ende November 2008 einen Börsenabsturz in China von 62% seit Jahresbeginn; das dürfte die Zahl neidvoller Blicke nach China reduzieren. Schauen wir uns noch andere Zahlen an, etwa die aus dem Handelsblatt vom neunten Dezember 2008 und bleiben wir dabei in China: Für 2009 — so die Zeitung — wird insgesamt ein Wirtschaftswachstum prognostiziert, das mit 7,5% auf den Stand von 1999 sinkt. Fakt scheint: Auch in China arbeitet der Wirtschaftsmotor mittlerweile langsamer.

Kehren wir zurück zum Immobilienmarkt und wählen Schanghai als eine der bedeutendsten Industriestädte Chinas für einen Mikroblick. Das Maklerunternehmen Savills Plc. verzeichnet etwa für Schanghai einen Preiseinbruch bei Gewerbe- und Wohn – Immobilien von 19,5% gegenüber dem Quartal 2/2008. Zahlen für Immobilientransaktionen in Schanghai im Juli 2008 präsentierten Anfang August die Finanznachrichten.de: Gemessen wurde damals ein Transaktionsvolumen bei Immobilien, das den Wert vom Juni 2008 um 18% und den des Vorjahres gar um 55% unterschritt. Allerdings — auch das muss gesehen werden — bewegt sich China mit seinen Immobilienpreisen auf einem Niveau, dass lange Zeit von starkem Wachstum geprägt war; das Handelsblatt schrieb etwa 2006, dass sich Immobilienpreise in Schanghai während der acht vorangegangenen Jahre mehr als verdoppelt hätten. Vielleicht reicht das doch für neidvolle Blicke aus Europa?

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