Der Kamin – auch eine Möglichkeit zur Komplettbeheizung im Winter

Den meisten Haushalten steht sie wohl kurz bevor: die unliebsame Nebenkostenabrechnung. Viele Bürger, ob Immobilieneigentümer oder Mieter, müssen in Zeiten der massiv gestiegenen Energiekosten mit saftigen Nachzahlungen bei den Heizkosten rechnen. Zeit, sich mit möglichen Alternativen zu beschäftigen.

Der Kamin erfreut sich hier zunehmender Beliebtheit. Neben dem romantischen Ambiente und der natürlichen Strahlungswärme ist er, sofern man Zugang zu günstigem Holz hat, eine finanziell lohnende Alternative. Und war es bisher meistens nur möglich, mit dem Kamin einen Raum oder maximal eine Wohnebene zu heizen, bieten neue Kombinationssysteme, so genannte Thermokamine, über ein spezielles Heizungssystem mit Warmwasserzirkulation Wärme für das ganze Haus.

Der Kamin hat hierfür einen gesonderten Aufsatz, den Wasserwärmetauscher. Das hierin befindliche Wasser wird über die Heizgase aus dem Feuerkörper erwärmt und dann mittels einer Steuerung und Pumpen über Rohrleitungen, die natürlich gesondert verlegt werden müssen, in die Zentralheizung eingespeist. Für die letzteren Komponenten muss mit Anschaffungskosten in Höhe von 3.000 bis 4.000 Euro gerechnet werden. Und letztlich gilt auch hier wie bei der herkömmlichen Nutzung des Kamins, dass sich dieser nur dann rentiert, wenn der Nutzer das hierfür benötigte Holz günstig beziehen kann. Effektiv eingesetzt werden kann der Thermokamin auch nur dann, wenn ständig Holz nachgelegt wird. Für Berufstätige scheint diese Lösung also wenig sinnvoll, es sei denn, man greift auf ein kostenintensives System zurück, bei dem die Pellets automatisch zugeführt werden, so dass eine stetige Wärmeerzeugung gewährleistet ist. Wer jedoch viel zu Hause ist und kostengünstig Holz beziehen kann, für denjenigen ist der Thermokamin eine sinnvolle, preiswerte Alternative zur Komplettbeheizung des Wohnraums im Winter.

Für den Sommer muss dann über ein zusätzliches System mit Öl oder Gas entsprechend vorgesorgt werden. Denn hier will man den Kamin sicher nicht anstochen, nur um kurz eine warme Dusche zu nehmen.

Nichtsdestotrotz: beachtet man die oben erwähnten Aspekte, lassen sich durch einen Thermokamin im Jahr bis zu 50 Prozent an Öl- oder Gaskosten einsparen. Die Installationskosten für Wasserwärmetauscher, Pumpe, Steuerung und Rohrsysteme amortisieren sich bei regelmäßiger Nutzung innerhalb weniger Jahre – und gemütlich ist es auch!

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