Wird Bauen unbezahlbar?

Wer im Mai 2008 ein Wohngebäude in konventioneller Fertigungsweise bauen ließ, hatte dafür rund 3,2% mehr Kosten zu tragen als noch vor einem Jahr: So berichtet es das Statistische Bundesamt. Bedenkt man zusätzlich, dass der Baupreisindex von Mai 2007 um 7,8% höher lag als im Mai 2006, so lässt das nur einen Schluss zu: Die finanziellen Hürden für einen Hausbau wachsen deutlich.

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes wuchsen die Kosten für Rohbauarbeiten zwischen Mai 2007 und Mai 2008 um 3,5% und damit um 0,5 Prozentpunkte mehr als die Kosten für die Ausbauarbeiten. Überdurchschnittlich stiegen mit 5,7% vor allem — so das Statistische Bundesamt — die Kosten für Dämmarbeiten an technischen Anlagen; auch für die Beton- und Stahlbetonarbeiten musste weitaus mehr bezahlt werden (+5,6%). Wie hoch die anfallenden Kosten bei einem privaten Immobilien – Bauprojekt tatsächlich sind, hängt allerdings auch stark von der Region ab, in der das Bauvorhaben geplant ist. Bereits im Juli 2007 hatten etwa die Landesbausparkassen festgestellt, dass der Hausbau im Süden Deutschlands durchschnittlich mit 53% höheren Kosten verbunden ist als in Norddeutschland. Auch bei den Preisen für Bauland gibt es unterschiedliche Entwicklungen. So seien die Bauland – Preise in Westdeutschland im Jahr 2007 um durchschnittlich 10€ pro Quadratmeter gegenüber 2006 gestiegen; berichtet das Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen, während sie in Ostdeutschland mit durchschnittlich 47€ pro Quadratmeter gleich geblieben sind.

Wie bezahlbar ein Bauvorhaben für einen Durchschnittsverdiener ist, hängt also auch von der Region ab, in der er bauen möchte. Bezogen auf Gesamt-Deutschland scheinen vor allem die Kosten jedoch im Durchschnitt weiter abzuschrecken. Wie die Bundesvereinigung Bauwirtschaft berichtete, seien die Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser zwar in den Monaten Januar/Februar 2008 um 3% gestiegen; angesichts der vorangegangenen Rückgänge sei dies aber nicht mehr als „Stabilisierung auf niedrigem Niveau“. Ob Wohn – Riester, also die Möglichkeit, Spareinlagen für die Riester Rente zum Hausbau zu verwenden, da Abhilfe schafft? Nach einer Allensbach – Studie halten 58% der Deutschen die eigene Immobilie für eine ideale Altersvorsorge. Der Bedarf an Wohn – Immobilien scheint also vorhanden zu sein, nur bezahlbar müssen sie bleiben oder… wieder werden?

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