Mietwohnimmobilien — keine Krise in Sicht? (aber für Mieter vielleicht schon?)

Weite Teile der deutschen Autoindustrie kränkeln, diverse Büromärkte brechen ein, aber die Preise für Deutschlands Wohnimmobilien scheinen krisenresistent zu sein. Mieter haben davon eher nichts!

Mietpreise — Tendenz: stabil bis steigend
Glaubt man der Studie „Residential City Profiles“ des Unternehmens Jones LangLasalle, so gibt es bisher keine Auswirkungen der Finanzkrise auf den deutschen Markt für Mietwohnungen. Jones LangLasalle hatte für seine Studie insgesamt acht Städte im Jahr 2008 untersucht; neben der Bundeshauptstadt Berlin waren das Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Köln, Leipzig und Stuttgart. Die Studie listet die Quadratmeterpreise für Mietwohnraum in den untersuchten Städten auf und orientiert sich dabei an den am häufigsten angebotenen Mietpreisen. In allen Städten mit Ausnahme von Köln, wo der Preis gleich blieb, stieg der Mietpreis pro Quadratmeter vom ersten zum zweiten Halbjahr 2008. Spitzenreiter bei den Mieten bleibt München mit 11,80€ pro Quadratmeter im ersten Halbjahr und 13,10€ im zweiten Halbjahr 2008. Relativ preiswert ist Wohnen dagegen in Berlin (6,05€/6,40€) und in Leipzig (4,90€/5,05€). Vermieter werden die Steigungen freuen, Mieter wohl eher weniger.

Ein Widerspruch in der Studie?
Jones LangLasalle schreibt einerseits, dass das Unternehmen mit weiterhin relativ geringer Bautätigkeit rechnet, die den Bedarf an Wohnraum zum Teil nicht wird decken können. An anderer Stelle widerspricht es sich jedoch möglicherweise selbst, da von einer Neubelebung des Mietwohnungsbaus angesichts niedriger Baupreise, sinkender Grundstückskosten und eines Nachfrageüberhangs gesprochen wird. Nichts Genaues weiß man nicht?

Was kosten Mietshäuser?
Einen Anstieg konnte Jones LangLasalle in den meisten Städten auch bei den Angebotspreisen für Mehrfamilienhäuser verzeichnen; für diesen Teil der Studie wurden 8.000 Immobilien untersucht. Ausnahmen bildeten München und Berlin, in denen die Preise pro Quadratmeter sanken. Die Rede ist allerdings davon, dass sich für Gebäude mit Sanierungsbedarf, die aus den 50er und 60er Jahren stammen, eher selten Käufer finden lassen. Das klingt aus Sicht potenzieller Investoren nur zu verständlich, könnte aber ein Problem auf dem deutschen Wohnungsmarkt aufzeigen. Besitzer schlecht sanierter Häuser mit einer Mieterschaft, die eher geringes Einkommen aufweist, dürften es schwer haben, Investoren für ihre Immobilien zu finden. Sollten die Besitzer nicht selbst aktiv werden und Geld in die Sanierung stecken, wäre ein weiterer Verfall der Immobilien wahrscheinlich.

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