Mietnomaden – der Albtraum eines Vermieters

Teil 1: Was sind Mietnomaden?
Mietnomaden sind ein Phänomen, das in den Medien regelmäßig vorkommt und vielleicht zum Teil überzogen dargestellt wird. Vermutlich sind sie im Laufe der Finanzkrise öfter anzutreffen.

Betroffen sind vor allem Regionen in Ostdeutschland oder auch im Ruhrpott, in denen es viele leerstehende Wohnungen gibt und Vermieter froh sind, überhaupt einen Mieter zu finden. Bei der momentanen wirtschaftlichen Lage ist jeder Vermieter froh, wenn seine Mieter pünktlich zahlen und es zu keinen ärgerlichen Vorkommnissen kommt.

Einen potenziellen Mietnomaden erkennt man natürlich nicht auf Anhieb. Diese Menschen werden penibel darauf achten, sich vor der Unterzeichnung des Mietvertrages so entgegenkommend, seriös und solvent wie möglich zu präsentieren. Nicht alle Mietnomaden handeln übrigens von Anfang an in betrügerischer Absicht. Bei manchen reicht einfach das Geld nicht mehr und die Belastung der finanziellen Notlage treibt sie zu verzweifelten Maßnahmen. Menschlich sind diese oft sehr traurigen Geschichten durchaus nachvollziehbar, doch beim Geld hört bekanntermaßen die Freundschaft schnell auf. Für den Vermieter wird es in den meisten Fällen wohl keinen Unterschied machen, ob der Mietnomade in betrügerischer Absicht handelt oder aus einer Notlage heraus. Es sollte natürlich nicht sofort mit gerichtlichen Maßnahmen oder einer fristlosen Kündigung gedroht werden, zu allererst empfiehlt es sich, das Gespräch zu suchen. Mieter, die in einer finanziellen Notlage stecken, werden sich wohl sehr kooperativ zeigen. Vielleicht lässt sich eine einvernehmliche Lösung finden.

Bei echten Mietnomaden hilft so etwas natürlich nicht. Diese reagieren auf Gesprächsversuche entweder überhaupt nicht oder sicherlich nicht entgegenkommend. Meist dauert es Monate, wenn nicht sogar Jahre, bis der Streit beigelegt ist. Oft ist es so, dass der Vermieter viel Geld dabei verliert. Zur entgangenen Miete kommen noch die Kosten für die Zwangsräumung, für den Anwalt und eventuell auch für Gerichtsprozesse. Die Mietnomaden werden sich natürlich nach Kräften „wehren“ und sich mit allen möglichen Ausreden vor der Verantwortung drücken wollen. Für Vermieter sind bei Mietnomaden zwei Dinge interessant. Meist beschäftigt man sich mit diesem Thema erst dann, wenn in der vermieteten Wohnung bereits ein Mietnomade eingezogen ist. Doch es macht durchaus Sinn, sich bereits im Vorfeld bzw. ohne aktuellen Anlass über dieses Thema zu informieren. Das kann im Zweifelsfall dabei helfen, Ärger zu vermeiden oder diesen wenigstens so gering wie möglich zu halten. Vermieter sind nämlich keinesfalls machtlos gegen Mietnomaden, auch wenn es keine Patentlösung gibt. Welche Möglichkeiten Vermieter dabei haben, das wird die vorliegende Artikelserie aufzeigen.

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