Finanzkrise — auch Wolkenkratzer haben schlechte Zeiten

In Zeiten von Finanzkrisen machen auch die Riesen unter den Immobilien bisweilen Schwierigkeiten. Einige werden zum Spottpreis verkauft, andere müssen auf ihre Vollendung warten.

Giganten mit Wertverlust
Einen Kredit in Höhe von etwa sieben Milliarden Dollar bekommt ohne Zweifel nicht jeder: US-Investor Harry Macklowe allerdings schon. Die Deutsche Bank gab ihm das Geld, mit dem er 2007 insgesamt sieben New Yorker Bürogebäude für sieben Milliarden US-Dollar kaufte. Irgendwie brachte die „Sieben“ ihm aber kein Glück: Die Finanzkrise entwickelte sich prächtig, die Mieten in Macklowes gekauften Häusern weniger prächtig und plötzlich war die Rückzahlung des Milliardenkredits ein schwerwiegendes Problem. Jetzt balanciert Macklowe am Abgrund. Aus diesem Grund wurde jüngst ein 40-stöckiger Wolkenkratzer aus seinem Besitz zwangsversteigert. Für 100.000 US-Dollar soll er den Besitzer gewechselt haben; Macklowe hatte ihn einst für 500 Millionen US-Dollar gekauft. Immerhin noch 660 Millionen US-Dollar brachte die zuvor gelaufene Zwangsversteigerung des John Hancock Towers in Boston, etwa halb soviel wie die Summe, für die er noch zwei Jahre zuvor verkauft worden war. Manch ein Gigant verliert in Krisenzeiten extrem an Wert.

Kühne Pläne, die schrumpfen oder vereisen
Die Finanzkrise mindert aber nicht nur den Wert bereits bestehender Wolkenkratzer, sondern blockiert auch den Bau neuer oder ruft Planungen zu größerer Bescheidenheit. Eins der prominenten Beispiele ist der ehemals Al Burj genannte Nakheel Tower, der in Dubai entstehen und den Burj Dubai als höchstes Gebäude der Welt ablösen soll. Bereits im Januar 2009 wurde bekannt, dass die Bauarbeiten am Großprojekt für ein Jahr auf Eis gelegt werden. 38,12 Milliarden US-Dollar wird der Tower vermutlich kosten; derzeit scheint das benötigte Geld allerdings nicht so sehr zu sprudeln. Und noch ein prominentes Großprojekt, das an den Folgen der Finanzkrise zu leiden hat: Nach Informationen der Daily News werden auf Ground Zero, wo einst die Türme des World Trade Centers standen, nunmehr nur noch zwei statt der fünf vom Stararchitekten Daniel Libeskind geplanten Wolkenkratzer gebaut. Zwei andere der geplanten Türme sollen nun maximal fünfgeschossige Gebäude werden, während sich die Planer vom fünften Turm komplett verabschiedet hätten. Auch symbolträchtige Bauvorhaben sind scheinbar nicht krisenresistent.

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