Deutsche zieht es in die Ballungsräume

Die Zahlen der Baugenehmigungen im Wohnungsbau sinken in den letzten Jahren; allerdings in einigen westdeutschen Ballungszentren nur um 4,7%, in Landregionen dagegen um 48,3% im Schnitt.

Leben im städtischen Umfeld scheint an Beliebtheit zu gewinnen.

Bereits 2006 warnte das Magazin „Spiegel“, der ländliche Raum Deutschlands könne sich in einen „Ozean von Armut und Demenz“ verwandeln. Das mag einerseits ein starkes Bild, andererseits vielleicht auch übertrieben sein, dennoch scheint der Trend dahin zu gehen, dass es die Menschen in Deutschland verstärkt in die Ballungsräume zieht. Ein Beleg für diesen Trend sind Zahlen für Baugenehmigungen des Wohnungsbaus in den Ballungsräumen Deutschlands. Nach Angaben von LBS Research ist ein Großteil der Rückgänge bei diesen Baugenehmigungen in Deutschland auf Entwicklungen außerhalb der Ballungsräume zurückzuführen. Der Rückgang ist sehr deutlich: Den 251.500 Baugenehmigungen im Wohnungsbau vor vier Jahren stehen — so LBS Research am 18. August 2008 — mittlerweile nur noch 154.700 Genehmigungen gegenüber. Betrachtet man das Verhältnis zwischen Baugenehmigungen im städtischen Ballungsraum und im ländlichen Raum, so hat es sich zugunsten der Ballungsräume entwickelt, sodass mittlerweile 47,9% des Wohnungsneubaus dort realisiert werden. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig die gleiche Entwicklung für alle kleineren Städte und ein Umzug der Menschen in die Stadtkerne. Die Rheinzeitung online konstatierte etwa für die kleineren kreisfreien Städte Mainz und Koblenz, dass Besserverdienende verstärkt ins Umland ausweichen. Allzu weit entfernt soll die Stadt aber auch in diesem Fall nicht sein.

01_250x250Untersucht wurden in der Studie von LBS Research die Ballungsräume Hamburg, Bremen, Hannover, Stuttgart, Nürnberg und München sowie Rhein-Ruhr, Rhein-Main und Rhein-Neckar. Viele Menschen ziehen auch hierzulande dorthin, wo sie Arbeit und mehr Wohlstand erwarten. Das Wachstum der Städte ist ein globales Phänomen. Die UNO erwartet, dass bis zum Jahr 2030 weltweit 60% der Bevölkerung in Städten lebt, im Jahr 2050 gar 70%. In Deutschland bringt die Entwicklung der Ballungszentren wohl zwei wichtige Aufgaben für die Zukunft: die Entwicklung kontrolliert zu gestalten, sodass lebenswerte Agglomerationen entstehen, andererseits ein Konzept für ländliche Gebiete abseits größerer Städte zu entwickeln, das ein Ausbluten dieser Regionen verhindert. Einfach werden diese Aufgaben nicht!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ich denke, dass sich der Trend momentan noch verstärken wird.

    Allerdings: Wenn Mobilität wieder billiger (Spritpreise / neue Antriebskonzepte) und Telearbeit mehr gefördert wird, dann kann es aufgrund der wesentlich günstigeren Baupreise auf dem Land auch nochmals zu einer Verschiebung kommen.

  2. ich liebe diese seite !!!!!!!!!!!!!!!!!!

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