Das böse Erwachen – die Nebenkostenabrechnung 2008

Die Nebenkostenabrechnung 2008 steht ins Haus und wird wohl von Mietern als auch Immobilieneigentümern mit Bangen erwartet. Die meisten müssen mit massiven Nachzahlungen rechnen. Erstmals lassen sich konkretere Zahlen für die mittlerweile als „zweite Miete“ bezeichneten Nebenkosten ermitteln. Das Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen rechnet mit den folgenden Werten:

Insgesamt stiegen die Nebenkosten in 2008 im Vergleich zu 2007, hier waren es lediglich 2,7 Prozent, um 7,6 Prozent und toppten damit sogar die Inflationsrate. Währenddessen verzeichneten die Mieten nur einen Anstieg von 1,3 Prozent. Für den deutlichen Höhenflug in 2008 zeichnen vor allen Dingen die Gas- und Ölpreise verantwortlich, letztere stiegen im Jahresmittel um 32,4 Prozent an. Die Gaspreisverteuerung von 9 Prozent erscheint im Verhältnis hierzu noch moderat. Das Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen (ifs) schränkt hier jedoch auch ein, dass der Gaspreis dem Ölpreis in der Regel mit halbjährlicher Verzögerung folgt und somit auch beim Gas mit weiteren Teuerungsraten zu rechnen sei.

Ebenfalls für Ebbe in der Geldbörse sorgen die Strompreise. Das ifs ermittelte durchschnittlich 6,9 Prozent, die die Verbraucher mehr für die Energie aus der Steckdose bezahlen müssen. Gerade zu lächerlich erscheint hierzu die Entwicklung der anderen Nebenkosten. Der Wasserpreis stieg in 2008 um 0,9 Prozent an, Abwasser um 1,5 Prozent, feste Brennstoffe, beispielsweise Kohle, um 2,9 Prozent, die Müllabfuhr wurde gar um 0,5 Prozent günstiger.

Für die Konjunktur beängstigend dürften die Werte im Vergleich der letzten fünf Jahre sein. Auf diesen Zeitraum gesehen verteuerten sich flüssige Brennstoffe um 112,8 Prozent, Gas um 47,6 Prozent und Strom um 28,8 Prozent, in Summe stiegen die Wohnnebenkosten um 32,5 Prozent an. Würden die Mietpreise eine ähnliche Entwicklung nehmen, sie zogen in den letzten 5 Jahren insgesamt nur um 5,3 Prozent an, dürfte für so manchen Haushalt das Wohnen zur existenziellen Frage werden.

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