Neue Zahlenspiele rund um Mietkosten in Deutschland

5,84€ pro Quadratmeter. Das ist der durchschnittliche Mietpreis für Wohnungen in Deutschland. Diese Zahl stammt aus dem Mietspiegelindex 2009 des Forschungsunternehmens F + B. Wie so oft sind allerdings die Unterschiede zwischen den einzelnen untersuchten Städten gewaltig. So liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis in München bei 9,99€ und in Halle an der Saale bei 5,30€.

Der Süden bleibt teuer
Einmal mehr zeigt damit eine Erhebung, dass Wohnen in München im Allgemeinen deutlich teurer ist als in allen anderen deutschen Städten. Die Mieten liegen hier durchschnittlich um 71% über dem Bundesdurchschnitt. Münchens Nachbarn Germering und Dachau folgen mit 38 bzw. 33% höheren Mieten als im gesamtdeutschen Durchschnitt. Schaut man sich die zehn Städte mit dem höchsten Mietniveau an, so folgen den drei bayrischen Spitzenreitern mit Wiesbaden, Stuttgart und Leinfelden-Echterdingen drei Städte aus Baden Württemberg. Den Reigen der süddeutschen Bundesländer komplettiert die Stadt Konstanz auf Platz NEUN im Ranking. Platz SIEBEN und ACHT der Städte mit den teuersten Durchschnittsmieten belegen die nordrhein-westfälischen Städte Köln und Hilden. Platz ZEHN gebührt den Nordlichtern aus Norderstedt.

Mietkosten in konkreten Zahlen
Drückt man die durchschnittlichen Mietkosten in den einzelnen untersuchten Städten einmal in konkreten Zahlen aus, so kommt man in München, wie bereits erwähnt, auf 9,99€/m². Kölner kommen beispielsweise auf einen Durchschnittspreis von 7,40€/m², Hamburger auf 6,79€/m² und die Bewohner von Frankfurt am Main auf 6,74€/m². Berliner haben durchschnittlich eine Nettokaltmiete von 5,42€/m² zu zahlen. Städte in ostdeutschen Bundesländern bleiben in der Regel preisgünstiger als der Bundesdurchschnitt. In Schwerin liegt die Durchschnittsmiete beispielsweise bei 5,31€/m² und in Erfurt bei 5,44€/m².

Mietsteigerungen
Der durchschnittliche Mietanstieg vom vorherigen zum aktuellen Mietspiegel betrug für eine exemplarische 65 Quadratmeter große Wohnung mit mittlerer Ausstattung und in mittlerer Lage 0,6%. Das ist weniger als 2008 (0,8%) und bedeutend weniger als noch 1996 (4%). Allerdings handelt es sich um den Anstieg der Nettokaltmieten, in die etwa Energiekosten nicht eingerechnet sind. Auch bei den Mietsteigerungen sind die Unterschiede das eigentlich Interessante: Bei der Analyse der aktuellen Mietspiegel ergibt sich für ostdeutsche Regionen etwa eine durchschnittliche Mietsteigerung um 0,4%. In Norddeutschland war dagegen gar kein Anstieg zu verzeichnen, während Menschen in Bayern und Baden-Württemberg durchschnittlich 1,5% mehr als zuvor für Mietwohnungen zu zahlen hatten.

Die Studie
Die Studie analysierte die Mietspiegel von insgesamt 500 Gemeinden mit einer Einwohnerzahl über 10.000 Personen in Deutschland. Von allen Städten mit einer Einwohnerzahl von über 10.000 wurden daher 32% berücksichtigt. Durchführende der Studie waren Mitarbeiter des 1992 gegründeten Unternehmens F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH.

Die Aussagekraft
Bei allen Studien dieser Art muss man mit den aus ihnen abgeleiteten Aussagen vorsichtig sein. Einerseits sind die Nettokaltmieten nur ein Teil der gesamten Mietkosten, zu denen auch die teils deutlich steigenden Energiekosten gehören. Andererseits lässt sich beispielsweise aus den verhältnismäßig niedrigen Mieten in Berlin nicht schließen, dass die finanzielle Belastung der Berliner durch Mieten geringer ist als anderswo. Um derartige Aussagen zu treffen, müssen andere statistische Daten wie beispielsweise der Durchschnittsverdienst hinzugezogen werden.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Soviel für einen QM?

  2. …“so folgen den drei bayrischen Spitzenreitern mit Wiesbaden, Stuttgart und Leinfelden-Echterdingen drei Städte aus Baden Württemberg.“

    Hmm… gestern lag Wiesbaden noch in Hessen….

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