Männer (als Mieter) unerwünscht!

Dass Männer und Frauen nicht gut zusammenpassen, ist — Gott sei Dank — wohl nur ein Gerücht; dennoch mag es beispielsweise für Frauen gute Gründe geben, …

sich zu einer Genossenschaft zusammenzuschließen und Wohnraum zu kreieren, den ausschließlich Frauen anmieten dürfen. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens München-Riem steht so ein Wohnprojekt.

Laubengänge verbinden die als Passivenergiehäuser konzipierten Gebäude, die allesamt zweieinhalb Stockwerke hoch sind; grüne Innenhöfe, Loggien oder Privatgärten machen die insgesamt 49 Wohneinheiten zu Refugien zwischen der U-Bahn Messestadt Ost und dem Riemer-Park im gleichnamigen Münchner Stadtteil. Geschäfte, Schulen, Kirchen und Kindergärten sind nicht allzu weit entfernt. Konzipiert und realisiert wurde diese attraktive Wohnanlage von der 1998 gegründeten Genossenschaft FrauenWohnen: Als Mieter geduldet werden alleine Frauen. Was manch einem Mann vielleicht wie Diskriminierung vorkommt, macht durchaus Sinn. Die Genossenschaft möchte dadurch — laut eigener Angaben — die männliche Dominanz in den Reihen der Hausbesitzer und Mieter brechen. Männer dürfen zwar mit in die Wohnanlage in München-Riem einziehen, angemietet wird der Wohnraum jedoch durch die Frauen. Das schafft beispielsweise im Trennungsfall Vorteile, weil es dann der Mann ist, der auszuziehen hat.

Teichfilter für klares Wasser

Wie bei einer ganzen Reihe anderer Genossenschaftsprojekte stehen auch beim Wohnprojekt München-Riem das gemeinschaftliche Wohnen und ein nachbarschaftliches Miteinander im Vordergrund. Gemeinschaftsräume stehen hier für Geselligkeit und Werkstattarbeiten zur Verfügung. Gemeinschaft statt Anonymität, Achtsamkeit und Toleranz sowie Mitbestimmung hat sich die Genossenschaft FrauenWohnen neben dem gemeinschaftlichen Wohnen auf die Fahne geschrieben. Der Genossenschaft gehören mittlerweile insgesamt 240 Frauen an. Geplant ist neben dem realisierten Projekt in München-Riem ein zweites im Münchner Westend.
In Deutschland sind es oftmals Genossenschaften, die innovative Wohnprojekte realisieren, generationenübergreifendes Wohnen fördern oder einfach die häufige Anonymität des Wohnens in Städten durchbrechen. Sie beweisen, dass die Frage nach geeignetem Wohnraum mehr ist als nur die Frage nach Ästhetik und Technik. Es ist die Frage danach, wie Menschen der Moderne miteinander leben wollen. Manch eine Genossenschaft vermag da, wichtige Antworten zu geben.

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