Immobilien und ihre jahrgangstypischen Altersschwächen – eine kleine Chronik

Vieles spricht für den Kauf einer eigenen Immobilie: man ist sein eigener Herr und zahlt monatlich für sein „Eigentum“, statt Mietzahlungen zu leisten, die lediglich dem Vermieter zugute kommt. Auch im Hinblick auf eine spätere Altersvorsorge ist die Immobilie prädestiniert, sofern sie im Rentenalter abbezahlt ist. 

Beim Erreichen dieses Ziels können dem Immobilienbesitzer, besonders dem Eigentümer alter Objekte, allerdings einige unliebsame Zwischenfälle in die Quere kommen. Diese sind je nach Alter der Immobilie und in Abhängigkeit davon, ob es sich um ein Mehrfamilienhaus mit Eigentümergemeinschaft handelt, mehr oder weniger kostspielig. Bei einem Mehrfamilienhaus muss sich die Eigentümergemeinschaft die Kosten für Sanierungen am Gemeinschaftseigentum wie Dach, Fassade, Mauerwerk, Gemeinschaftsräumen etc. umgerechnet auf die jeweiligen Eigentumsanteile teilen. Sie entscheidet auch in der Eigentümergemeinschaft, welche Reparaturen durchgeführt werden. Unter Umständen kann das für den Besitzer einer Wohneinheit schnell zu einer erheblichen finanziellen Belastung werden, wenn gleich mehrere Reparaturen fällig werden. 

Unabhängig vom Alter, also egal ob Neubau oder Altbau, kämpfen viele Immobilien mit der Feuchtigkeit. Dieses kann durch undichte Dächer, Fenster, Balkone oder Keller eindringen und schnell für eine teuere Sanierung sorgen. Bei Mauerwerk, das trocken gelegt werden muss, veranschlagt man rund 500 Euro pro Quadratmeter. Dann gibt es aber auch noch Schäden, die den Immobilien förmlich jahrgangstypisch zugeordnet werden können. 

Häuser aus den Jahren um 1900 bis in die 20er Jahre: 

Meistens verfügen diese Immobilien über eine gute Bausubstanz. Allerdings hapert es an Wärmeisolierung, Schalldämmung, Rohre und Elektroinstallationen sind, sofern nicht saniert, in der Regel völlig überaltert und porös. Ebenfalls oft bei diesen Jahrgängen anzutreffen: rostende Stahlträger im Bereich von Fenstern und Balkonen.

Immobilien aus den 30er und 40er Jahren:

Diesen Häusern merkt man die Nähe zu den beiden Weltkriegen oftmals durch Mängel an den Baustoffqualitäten an. Besonders gutes Holz war in dieser Zeit rar, schlechte Holzqualitäten oder gar spärlich eingesetztes Holz können zu Schädlingsbefall oder Defiziten bei der Statik führen. Dafür sind die Fassaden von Häusern aus dieser Zeit oftmals noch gut in Schuss. Typisch waren Ziegelbauten mit Klinkerfassaden, an denen die Jahre zwar genagt haben, die aber alles in allem noch einen guten Eindruck hinterlassen.

Die 50er und 60er Jahre:

Bis Mitte der 50er zeichnet sich bei Immobilien aus diesem Jahrgang ein ähnliches Bild wie vorher beschrieben. Bei tragenden Bauteilen wurde gespart, Restbaustoffe, wo möglich, eingesetzt. Erst ab Mitte / Ende der 50er Jahre wurde wieder qualitativ besseres Material verwendet. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, mit der Verbesserung der Materiallage stieg ermehrt der Einsatz schädlicher Substanzen wie Teer, Asbest oder Formaldehyd.

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