Bradford & Bingley: In Großbritannien weiteres auf Immobilien spezialisiertes Kreditinstitut in Schwierigkeiten

„Buy to let“ – Anleger kaufen Immobilien mit der Absicht, diese zu vermieten, mit den Mieteinnahmen die Kredittilgungen zu leisten und die Immobilien dann irgendwann gewinnbringend zu verkaufen – hierfür gibt es in Großbritannien eine spezielle Form von Hypothek, bekannt als „Buy to let mortgage“.

Einer der Markführer dieses Immobilienzweigs war bislang das Unternehmen Bradford & Bingley. Doch im Zuge der in Großbritannien seit Monaten fallenden Preise für Immobilien, verkündigte die Unternehmensleitung Anfang der Woche ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Nach der Hypothekenbank Northern Rock in Großbritannien ein weiterer namhafter Finanz-Dienstleister, der ins Straucheln gerät.

Helfen soll nun ein US-Finanzinvestor, die TPG Capital, die mit 179 Millionen Britischen Pfund 23 Prozent des Unternehmens übernehmen wird. Die B & B-Aktien waren zuvor dramatisch in den Keller gegangen. Als Gründe für den Kursverfall nannte Rod Kent, der vorübergehend die Geschäftsführung von Bradford & Bingley übernahm, die angespannte Lage auf Großbritanniens Immobilienmärkten, aufgrund derer das Unternehmen im ersten Quartal 2008 Wertberichtigungen von 36 Millionen GBP einstellen musste. Hinzu kommen die durch die prekäre Immobilienlage sinkenden Zinseinnahmen. Hatte der Immobilienboom in den vergangenen Jahren die gesamte britische Wirtschaft beflügelt, zeigt sich jetzt die angespannte Lage an den Zahlen der neu abgeschlossenen Hypotheken: im April 2008 waren es in Großbritannien gerade einmal noch 58.000 Hypotheken, die von den Banken genehmigt wurden, die niedrigste Zahl seit 1993.

Und auch die Rating-Agentur Moody“s sieht den Trend für den gesamten britischen Bankensektor mit durch die Kreditkrise bedingten hohen Abschreibungen seitens der großen Kreditinstitute und Finanzierungsproblemen auf Seiten der kleineren Banken weiterhin negativ.

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