Wohnungsengpässe in deutschen Ballungszentren nehmen zu

Weltweit wird der 11. September mit den schrecklichen Terroranschlägen in den USA in Verbindung gebracht. In Deutschland steht dieses Datum zudem für den „Tag der Wohnungslosen“.

Diesen Tag nahm der Präsident des Deutschen Mieterbundes (DMB), Dr. Franz-Georg Rips, dieses Jahr zum Anlass, auf die aktuelle Wohnungsnot in deutschen Ballungszentren und Universitätsstädten hinzuweisen. Demnach wurden in 2008 die wenigsten Neubauvorhaben seit langem realisiert, die Neubauquote ist bei einem Rekordtiefstand seit 1950 angekommen. Gerade noch 175.927 Wohnungen wurden errichtet, das sind allein im Vergleich zu 2007 16,5 Prozent weniger. An neuen Mehrfamilienhäusern waren es nur noch 54.615 Objekte. Die Tendenz ist weiter sinkend, wenn man sich die Baugenehmigungen, die erteilt wurden, anschaut. 2008 wurden 4 Prozent weniger Baugenehmigungen ausgesprochen als in 2007, im 1. Halbjahr 2009 waren es noch einmal 10 Prozent weniger.

Aktuellen Studien des Immobilienmarktes zufolge müssten, um dem Bedarf gerecht zu werden, aber 250.000 bis 300.000 neue Wohneinheiten pro Jahr entstehen. Besonders betroffen sind die deutschen Ballungszentren und Universitätsstandorte. Rips fordert daher die Bundesregierung dazu auf, zumindest was diese Bereiche betrifft, Fördermittel zur Verfügung zu stellen, um dem Bedarf hier gerecht zu werden und den Wohnungsneubau zu beleben. Er schlägt zwei Varianten vor: zum einen Zulagensysteme oder zum anderen spezielle Abschreibungsmöglichkeiten, beispielsweise mit einer Abschreibungsquote von 8 Prozent in den ersten fünf Jahren und darauf folgend einem Satz von 2 Prozent. Während einer Probezeit von 3 Jahren könnte dann die Effizienz geprüft werden bzw. ob tatsächlich der Bedarf dort gedeckt wird, wo Wohnungsengpässe vorherrschen.

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