Berlin: Auch Flughafen Tegel vor dem Umbruch

2012 schließt der Flughafen Tegel in Berlin seine Pforten. Wie auch beim Flughafen Tempelhof ist die Frage der Nachnutzung weiterhin offen. Das Immobilien Symposium der Berliner Morgenpost machte dieses Thema zum Diskussionspunkt und förderte neue interessante Ansätze zu Tage.

So präsentierte der Architekt Meinhard von Gerkan, der auch für die Errichtung des Flughafens Tegel, des zukünftigen Flughafens BBI sowie des Berliner Hauptbahnhofes verantwortlich zeigte, ein ganz neues Konzept. Er schlägt für die Nutzung der dann brach liegenden Flughafenfläche ein internationales Zentrum für Klimaschutz und nachhaltige Technologien vor. Er sieht darin gleichzeitig den Vorteil, dass sich Berlin mit einem solchen Zentrum neben seiner Funktion als Landeshauptstadt neu definieren könnte. Denn Frankfurt sei als Bankenmetropole bekannt, Hamburg positioniere sich durch den Hafen, München durch die High Society, Berlin fehle es bisher an einem solchen typischen Image. Das Zentrum für Klimaschutz erneuerbare Energien und nachhaltiges Bauen, das den Projektnamen „Energie Plus Stadt“ trägt, käme daher genau richtig und wäre bisher einzigartig. Allerdings mahnt von Gerkan zum beherzten Handeln, da China, die USA und Abu Dhabi diesen Markt auch bereits im Visier haben. Wozu zu langes Zögern führen kann, habe man mit der zu späten Realisierung des Flughafens Berlin Brandenburg International gesehen. Frankfurt und München haben ihm bereits jetzt den Rang als internationales Drehkreuz der Lüfte abgelaufen.

Da man bereits die Nachnutzung des Flughafens Tempelhof mehr oder weniger verschlafen hat, existiert seit einem Jahr eine Projektgruppe, die sich mit der Nachnutzung Tegels befassen soll. Diese nannte als weitere im Raum stehende Nutzungsmöglichkeiten für den ehemaligen Flughafen eine Weltausstellung oder die Olympischen Spiele. Letztere könnten allerdings frühestens in 30 Jahren in Berlin Tegel stattfinden und sind daher eine eher zweifelhafte Option.

Die alles entscheidende Frage in der heutigen Zeit wird sein, neben dem geeigneten Konzept einen zahlungskräftigen Investor zu finden. Das dürfte bei diesem Projekt eigentlich leichter fallen als anderenorts. Denn der Immobilienmarkt der Metropolregion Berlin – Potsdam ist nach einer aktuellen Studie der BulwienGesa AG, einem namhaften privaten Analyseunternehmen für Regional- und Wirtschaftsforschung, trotz aller wirtschaftlichen Unwägbarkeiten durchaus stabil und potenzialträchtig.

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