Bauen in Deutschland – Ein Vergleich zwischen Ost und West

Dass die Zahl der Baugenehmigungen und somit neu realisierten Immobilien deutschlandweit zurückgeht, ist ein hinreichend bekannter Trend.

Und das, obwohl die Preise für neu realisierte Objekte trotz Erhöhung der Mehrwertsteuer und massiven Preissteigerungen diverser Rohstoffe auf einem konstanten Level gehalten bzw. sogar günstiger gestaltet werden konnten. Im Vergleich zu 1995 ist Bauen in Deutschland nach wie vor um 7 Prozent günstiger, in Ostdeutschland im Vergleich der letzten Jahre gar um bis zu 20 Prozent. Besonders der Neubau von Doppel- oder Reihenhäusern lohnt sich, so eine aktuelle Studie der LBS Research, die die Baudaten aus dem Jahre 2006 auswertete. Einige Daten der Untersuchung im Detail:

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Neubauten lag in 2006 im Osten Deutschlands bei 1.055 Euro und damit 17 Prozent unter Westniveau, wo der Quadratmeterpreis 1.273 Euro betrug. Für ein Reihenhaus musste der ostdeutsche Bürger im Vergleich zum westdeutschen Bürger (1.120 Euro) bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 117 Quadratmeter und Baukosten, die sich in Summe auf rund 102.000 Euro beliefen, 870 Euro pro Quadratmeter kalkulieren. Ein Doppelhaus wurde mit 971 Euro pro Quadratmeter veranschlagt, ein frei stehendes Einfamilienhaus mit 1.072 Euro. Generell ist festzustellen, dass die Neubauten in Westdeutschland größer angelegt und dadurch teurer sind. Die durchschnittliche Wohnfläche ist in Westdeutschland um 14 Prozent größer als im Osten, was den ostdeutschen Bauherren die Möglichkeit bietet, von Grund auf nur 73 Prozent der gängigen Preise im Westen zu veranschlagen, eine durchschnittliche Kostenersparnis von immerhin 50.000 Euro.

Während der Osten aufgrund niedriger Grundstückspreise das frei stehende Einfamilienhaus favorisiert (87 Prozent), liegen im Westen Deutschlands besonders Reihenhäuser und Doppelhaushälften im Trend. Neben geringeren Kosten beim Bau ist ein weiteres Argument für die Bevorzugung dieser Bauart die Knappheit an Grundstücken, die besonders in den Großstädten vorherrscht.

Bei Eigentumswohnungen in Mehrfamilienhäusern lässt sich dagegen weder im Osten noch im Westen ein Schnäppchen machten. Im Westen lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 1.235 Euro, im Osten bei 1.066 Euro. In beiden Fällen reicht er damit fast an den Preis für ein frei stehendes Einfamilienhaus heran bzw. übertrifft im Osten sogar den Preis für ein Reihenhaus.

Bleibt festzuhalten, dass Bauen nach wie vor zu guten Bedingungen möglich ist, sowohl im Osten als auch im Westen. Wie lange dies bei zurückgehenden Neubauvorhaben und somit sinkender Angebotslage noch möglich ist, steht auf einem anderen Blatt Papier.

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