Steigende Inflationsrate macht auch vor Wohnungsmarkt in Deutschland nicht Halt

Im Juni erreichte die Inflationsrate in Deutschland mit 3,3 Prozent einen seit 15 Jahren nicht da gewesenen Rekordstand, der nur vom Preisanstieg im Dezember 1993, damals betrug er 4,2 Prozent, übertroffen wird.

Allein von Mai bis Juni 2008 stiegen die Preise um 0,3 Prozent. Waren die Mieten in Deutschland bislang stabil und von der Inflation verschont, prognostizieren Marktforscher nun auch bei den Wohnkosten einen Trend nach oben. Vermieter können in Zeiten anziehender Preise das Mietniveau nicht mehr halten und geben die Kosten in Form von Mieterhöhungen an die Mieter weiter, die nun neben steigenden Benzin,- Lebensmittel- und Energiepreisen einen weiteren Faktor neu kalkulieren müssen. Kaum ins Gewicht fällt da, dass die Preise für die Wohnungsausstattung sprich Möbel und Haushaltsgeräte eher sinken.

Das Hamburger Unternehmen F+B, das auf Forschung und Beratung im Bereich Wohnen, Immobilien und Umwelt spezialisiert ist, ermittelte am Beispiel einer durchschnittlichen 65 Quadratmeter-Wohnung eine Mieterhöhung von rund 1,6 Prozent. Dabei sind regional jedoch Unterschiede zu verzeichnen: während in Baden-Württemberg und Bayern die Mieten um 3,6 Prozent stiegen, konnte das Mietpreis-Niveau in Ostdeutschland meist konstant gehalten oder sogar preiswerter gestaltet werden.

Dass deutsche Mieter bislang von der Inflation verschont blieben, liegt an einem Immobilienüberangebot in den 90er Jahren und niedrigen Inflationsraten. Rückläufige Neubauzahlen, anziehende Kosten und eine steigende Inflationsrate erhöhen nun den Druck auf die Vermieter, die darauf wohl vermehrt mit Mieterhöhungen reagieren müssen. An diesem Punkt stellt sich vielerorts die Frage, ob es stattdessen nicht sinnvoller ist, den Schritt zum Wohneigentum zu wagen. Die momentanen günstigen Bedingungen, besonders für langfristige Baukredite über 25 Jahre, die bei etwas mehr als 5 Prozent effektivem Jahreszins liegen, werden so manchen Mieter zum Taschenrechner greifen lassen.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Da sind wir jetzt fast wieder angelangt: 1,7% Teuerung im Dezember 2010 mit Aussicht auf höhere Inflation in 2011. Was wird uns erst in 2012 erwarten?

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