Wohn-Immobilien — oft teurer als zum Marktwert verkauft

Wenn Immobilien mehr einbringen, als sie eigentlich wert sind, dann freut sich der Verkäufer. 2007 — so eine Studie — passierte so etwas bei drei von vier Immobilien – Verkäufen. Für den Käufer könnte die Sache irgendwann problematisch werden, wenn er selbst die Immobilie wieder verkaufen möchte und den bezahlten Preis nicht mehr erzielt.

RICS ist die Abkürzung für „Royal Institution of Chartered Surveyors“. IPD wiederum steht für „Investment Property Databank“. Beide Unternehmen haben für das Jahr 2007 insgesamt 483 Immobilien – Verkäufe untersucht. Das Ergebnis lässt aufhorchen: 76% der für die Studie berücksichtigten Verkäufe waren Verkäufe, bei denen der Preis für die Immobilie über dem Marktwert der Immobilie lag. 2007 scheint ein sehr positives Jahr für Immobilien – Verkäufer gewesen zu sein. Noch ein Jahr zuvor lagen nur etwas über 53% der erzielten Verkaufspreise, die in der Vorjahresstudie untersucht wurden, über dem Immobilien – Marktwert. Geht man ins Detail, so erzielten die Verkäufer in 20% aller für 2007 untersuchten Transaktionen einen Verkaufspreis, der den Marktwert der Immobilie um mindestens 20% überstieg. Die am deutlichsten vom Marktwert abweichenden Verkäufe gab es bei Wohnimmobilien.

Hier stellt sich die Frage, ob die Käufer wirklich ein gutes Geschäft gemacht haben und wo die Ursache für die überhöhten Preise liegt? Mutmaßen könnte man etwa, ohne dem Berufsstand der Makler zu nahe treten zu wollen, dass die erfolgorientierte Bezahlung des Maklers eine Rolle spielen könnte: Makler werden im Allgemeinen im Erfolgsfall bezahlt und die Einnahmen des Maklers steigen mit dem Verkaufspreis einer Immobilie an. Eine ganze Branche über einen Kamm zu scheren, wäre sicherlich falsch, dass schwarze Schafe in der Maklerbranche existieren, räumte allerdings auch der Immobilienverband Deutschland (IVD) ein. Inwieweit diese schwarzen Schafe das Ergebnis der Studie beeinflussten, lässt sich nicht ermitteln. Vielleicht war 2007 einfach auch ein gutes Jahr, indem die Nachfrage deutlich höher als das Angebot war? Fakt scheint zu sein, dass der erzielbare Preis für bestehende Wohnimmobilien seit dem Jahr 2000 sinkt. 2007 mussten — so das Statistische Bundesamt — durchschnittlich 2,1% weniger für eine Bestandswohnimmobilie bezahlt werden als noch 2006. Nimmt man beide Ergebnisse zusammen, so hieße das also, wenn sich der statistische Trend fortsetzt: Wohnimmobilien – Käufer zahlen Preise über dem Marktwert, um eine Immobilie zu erwerben, deren Marktwert seit 2000 sinkt. Das hört sich nicht wirklich wie ein gutes Geschäft an!

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