Mehr als ein Drittel des Einkommens fließt in die Miete – Teil 2 am Beispiel Köln

Köln kämpft mit dem gleichen Problem wie viele andere deutsche Großstädte: Wohnraum zum Mieten ist knapp, der vorhandene kaum erschwinglich. Durchschnittlich 42 Prozent ihres Nettoeinkommens müssen die Kölner laut einer aktuellen IVD-Studie für ihre Mietwohnung berappen. Die Domstadt am Rhein liegt damit bundesweit auf einem der Spitzenplätze, was das Mietniveau betrifft. 

Dass es an Wohnraum in der Stadt mangelt ist ein bundesweites Problem. Wurden in 1995 in Deutschland noch 525.000 Wohnungen gebaut, waren es in 2007 gerade noch 185.000. Alarmierende Zahlen, zieht es doch Bürger aller Altersschichten wieder in die Innenstädte. Junge Familien können oftmals die unverhältnismäßig hohen Pendelkosten in Zeiten schwankender Benzinpreise nicht mehr tragen. Zudem finden sich in den Städten bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten, ein nicht unerheblicher Aspekt, trägt heute eine Vielzahl der Mütter zum Einkommen der Familie bei. 

Das typische kleine Single-Apartment wird auch nur noch selten gesucht. Der moderne Single von heute bevorzugt mehr als 20 bis 30 Quadratmeter Wohnraum und fragt ebenfalls größere Mietwohnungen in der City nach. Nicht selten werden zwei kleine Apartments heute zu einer großen Wohnung zusammengelegt.

Und auch Senioren zieht es in die Städte – das Seniorenheim im Grünen ist out. Gefragt ist Lebensraum, in dem auch ältere Menschen aktiv am sozialen und kulturellen Tagesgeschehen teilnehmen können. Und wo wäre dies besser gewährleistet als in den Innenstädten. 

Aktuelle Zahlen zur demographischen Entwicklung in Köln bestätigen den Trend. Bis zum Jahr 2025 wird Köln ein erneutes Bevölkerungswachstum vorausgesagt. Mietvereine stehen den Wohnungssuchenden deshalb mit einigen Ratschlägen bei. Wer in der Domstadt eine Mietwohnung finden möchte, die nicht den finanziellen Rahmen sprengt, braucht zunächst einmal Geduld. Bis zu vier Monaten kann es dauern, bis eine Bleibe gefunden wird. Dass diese häufig nicht zentral, sondern in den Vororten liegt, muss dabei in Kauf genommen werden. 

Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik in Köln ist sich der misslichen Lage bewusst. Auch wenn die Experten dort die monatliche Belastung der Mieter mit 35 bis 37 Prozent ihres Nettoeinkommens etwas geringer einschätzen, sehen sie Handlungsbedarf, besonders bei öffentlich geförderten Wohnungen. Hier hinkt Köln bundesweit noch hinterher. Bis 2010 soll die Zahl der Neubauten öffentlich geförderter Wohnungen aber von derzeit 800 auf 1.000 im Jahr steigen – ein Hoffnungsschimmer für alle Wohnungssuchende in der Rheinmetropole.

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