Immobilienmarkt Osteuropa – hoch geflogen und tief gefallen

Lange Zeit wurden sie als Geheimtipp gehandelt: Immobilien in Osteuropa. Besonders Büroimmobilien in der Hauptstadt Ungarns, Budapest, galten als Garant für quartalsweise steigende Gewinne und Jahresrenditen um die 20 Prozent. In der heutigen Zeit findet man diese Prozentzahl eher bei den Leerstandsquoten wieder. 

Lediglich 14 Prozent der im ersten Halbjahr 2009 fertig gestellten Büroflächen haben hier bereits einen Mieter gefunden. Auch wenn nach wie vor gute Renditen bis zu 10 Prozent aufgrund fallender Preise erzielt werden können, warten die meisten Investoren ab. Sie sehen den Tiefpunkt der Preise noch lange nicht erreicht und hoffen auf noch höhere Gewinne. Zu spüren bekommen diese Zurückhaltung bereits jetzt Makler und Projektentwickler in Osteuropa. Viele dort ansässige Maklerunternehmen mussten bereits Konkurs anmelden oder sind in arge finanzielle Bedrängnis geraten.  

Verdeutlicht werden die Probleme durch die Umsatzzahlen am Immobilienmarkt Osteuropa. In 2007 wurden 15 Milliarden Euro investiert, in 2008 immerhin noch 10 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr 2009 dagegen konnte nur noch ein Immobilienumsatz von weniger als einer halben Milliarde Euro verzeichnet werden. Erschwert wird die Situation durch verschärfte Kreditbedingungen, viele Banken fordern neben hohen Zinsen auch gewaltige Risikoaufschläge und einen erheblichen Eigenkapitalanteil, die Vielzahl an Angeboten sowie den angeschlagene Arbeitsmarkt, der in Konsequenz das Konsumverhalten negativ beeinflusst. Auch renommierte Experten wie beispielsweise Analysten der Credit Suisse warnen derzeit vor Immobilieninvestitionen im Osten Europas. Sie bestätigen, dass die Investitionen in osteuropäische Immobilien gen Null gehen, die Preise weiter fallen und auch steigende Renditen aufgrund des zu erwartenden voranschreitenden Preisverfalls zukünftig noch getoppt werden können. 

Der osteuropäische Immobilienmarkt ist in den vergangenen Jahren hoch geflogen und fällt jetzt tief, wobei der absolute Tiefpunkt noch nicht erreicht ist. Profitieren können davon Märkte wie beispielsweise der Immobilienmarkt Österreich. Die Wirtschaftskrise konnte hier nicht in dem Maße Einfluss nehmen, da der Markt zu keiner Zeit derartig explodiert war. Man kann hier also durchaus von einem „soft landing“ in harten Zeiten sprechen.

 

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