Hausverlosung — in Deutschland nur als Gewinnspiel

Gibt man bei Google News das Wort „Hausverlosung“ ein, erhält man gleich Dutzende von Nachrichten zum Thema. Die Verlosung von Häusern liegt im Trend. Eins der jüngsten Beispiele ist die Villa des Tiroler Millionärs Karl Rabeder. Er verlost derzeit seine Traumvilla, weil er erkannt hat, dass Geld ihn nicht glücklich macht. Das Geld aus der Verlosung soll seinem Projekt „MyMicroCredit“ zugute kommen. Hausverlosungen sind prinzipiell auch in Deutschland möglich: allerdings nicht als reines Glücksspiel.

Ein Traumhaus in Tirol

Drei Grundstücke in reizvoller Bergwelt mit einer Gesamtgröße von etwa 2.700 Quadratmetern bekommt der zukünftige Besitzer des Anwesens von Karl Rabeder. Das 1996 errichtete Haus besitzt ein Erd- sowie zwei Obergeschosse und 321 Quadratmeter Wohnfläche. Der künftige Besitzer darf sich beispielsweise auf einen Fitness- und Wellnessbereich, auf eine knapp achtzehn Quadratmeter große Küche und eine von einem Landschaftsarchitekten gestaltete Außenanlage freuen. Hier laden ein Beach-Volleyball-Feld zum Spiel und ein Schwimmteich im Sommer zum kühlen Bad ein. Zum Haus gehören zusätzlich eine 42 Quadratmeter große Doppelgarage sowie eine 48,8 Quadratmeter große Einliegerwohnung. Insgesamt fünfzehn Minuten dauert eine Autofahrt bis zum Flughafen Innsbruck; Seefeld liegt zehn Autominuten und  Ischgl etwa 45 Minuten entfernt.

Bedingungen für die Verlosung

Ansehen kann man sich das Ganze auf https://luxusvillatirol.at. Wer das Haus samt Grundstück gewinnen möchte, zahlt 99 Euro für ein Los und bekommt seine Chance. Ursprünglich sollte die Verlosung bereits am 28. Februar stattfinden. Sie soll nun jedoch voraussichtlich auf den August 2010 verschoben werden. Der Erlös kommt der Organisation MyMicroCredit zugute, die Armut in der Welt durch Mikrokredite an Bedürftige verringern möchte. Karl Rabeder ist Gründer und Mitfinanzierer der Organisation.

Hausverlosung wird zum Trend – auch in Deutschland?

Rabeders Villenverlosung ist keineswegs die einzige Hausverlosung, die derzeit im Internet zu finden ist. Auf Google News existieren beispielsweise Nachrichten über eine Villenverlosung in Südafrika, in der Karibik und auf Mallorca. Auch in Deutschland sind derartige Aktionen mit Einschränkungen möglich. Ein reines Glücksspiel wie eine Verlosung ist zwar nicht gestattet. Wer allerdings ein zu bezahlendes Gewinnspiel veranstaltet, kann damit auch Häuser veräußern. Im Gegensatz zum Glücksspiel muss die Beteiligung an einem Gewinnspiel jedoch an Wissen oder Geschick geknüpft werden: Wer teilnehmen möchte, muss also beispielsweise Wissensfragen beantworten oder bei einem Spiel sein Geschick beweisen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema hat beispielsweise der Rechtsblog Law-Podcasting.de in einen Podcast integriert. Das sind Audiodateien im Internet, in denen über verschiedene Themen berichtet wird. Abzuwarten bleibt, ob der Trend „Hausverlosung“ wieder abebben wird oder ob sich diese Art des etwas anderen Hausverkaufs auf Dauer durchsetzen wird. Vielleicht wird er irgendwann so normal, dass niemand mehr darüber berichtet?

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